Im Anschluss wurde der Jahresbericht über die antiziganistischen Vorfälle 2025 in Hessen veröffentlicht. Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Katja von Auer und Leonie Zander stellten den Jahresbericht vor und stellten sich im Anschluss der Diskussion.
Im Jahr 2025 wurden 162 antiziganistische Vorfälle dokumentiert.
Darunter sind 101 (non)verbale Stereotpyisierungen und Herabwürdigungen und 50 Diskriminerungen. Ein Vorfall extremer Gewalt wurde erstmals dokumentiert.
In 38 Vorfällen sind Kinder und Jugendliche betroffen.
41 Vorfälle ereigneten sich im Lebensbereich und Kontext Bildung. Damit ist Bildung der Lebensbereich mit den meisten gemeldeten Vorfällen.
In 20 Vorfällen wurde migrationsbezogener Antiziganismus aufgenommen.
13 Vorfälle ereigneten sich am Arbeitsplatz.
Das Dunkelfeld bleibt groß: Unsere Statistik bildet ausschließlich die uns gemeldeten Vorfälle ab. Gerade in Abhängigkeitsverhältnissen – wie in der Schule, beim Jobcenter, auf dem Wohnungsmarkt oder in der Gesundheitsversorgung – gehen wir von einer erheblichen Dunkelziffer aus.
In unserem diesjährigen Bericht rücken wir eine intersektionale Perspektive ins Zentrum. Antiziganismus wirkt selten isoliert – er verschränkt sich mit weiteren gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen. Dadurch entstehen spezifische Vulnerabilitäten, die den Zugang zu Rechten einschränken und Handlungsspielräume von Betroffenen begrenzen.