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Die Melde- und Informationsstelle Antiziganismus Hessen (MIA Hessen) hat für das Jahr 2025 162 antiziganistische Vorfälle dokumentiert. Die Zahl der Vorfälle bewegt sich damit auf dem Niveau der Vorjahre (2024: 159). In 101 Fällen dokumentierte MIA Hessen verbale Stereotypisierungen und Herabwürdigungen, in 50 Fällen Diskriminierungen. 38 Vorfälle betrafen Kinder und Jugendliche. Der Bildungsbereich ist mit 41 Vorfällen der größte Konfliktbereich. Die Zahlen bilden ausschließlich gemeldete Vorfälle ab. Gerade in Abhängigkeitsverhältnissen, das heißt, in Kontexten wie Schule, Jobcenter, Wohnungsmarkt oder Gesundheitsversorgung, ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen.
Der Bericht rückt eine intersektionale Perspektive ins Zentrum und zeigt, dass Antiziganismus selten isoliert wirkt. Er verschränkt sich mit weiteren gesellschaftlichen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen, die sich wechselseitig verstärken. So entstehen spezifische Vulnerabilitäten, die den Zugang zu Rechten und Ressourcen einschränken und die Handlungsspielräume von Betroffenen begrenzen. „Antiziganismus existiert und ist weit verbreitet. Er ist kein Randphänomen, sondern tief in gesellschaftlichen Vorstellungen und historischen Kontinuitäten verankert und begegnet uns in allen Lebensbereichen“, sagt Rinaldo Strauß, Projektleiter von MIA Hessen, in seinem Grußwort zum diesjährigen Bericht.